Klimaschutz steht in der aktuellen medialen Debatte oft wieder im Hintergrund, dabei liegen die wirksamsten Verbündeten gegen die Erderwärmung direkt vor unserer Haustür: die Moore. Um über die herausragende Bedeutung dieser Ökosysteme zu informieren, lädt die Linksfraktion Harburg und in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Initiative „moorburgforever“ daher zu einem Film- und Diskussionsabend ein.
Am Mi., 25. Februar, 18.30 Uhr wird im Stellwerk (Bahnhof Harburg, über Fernzuggleis 3) der Dokumentarfilm „Mission to Marsh“ gezeigt. Der Einlass ist um 18 Uhr. Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion mit den Filmemacher*innen, Moorexpert*innen und Aktivist*innen statt.
Hintergrund:
Moore speichern weltweit mehr CO2-equivalente (also klimaschädliche) Gase als alle Wälder der Erde zusammen – doch nur, wenn sie im natürlichen und nassen Zustand bestehen. In Deutschland sind jedoch über 95 % der Moore zerstört oder entwässert, wodurch sie paradoxerweise selbst zu Treibhausgasquellen werden. Diese entwässerten Flächen sind in Norddeutschland sogar Spitzenreiter unter den statistischen CO2-equivalenten Emissionsquellen, obwohl sie in natürlicher Form einen vielseitigen und bunten Biodiversitätsschatz anbieten können.
Der Film „Mission to Marsh“ nimmt das Publikum auf eine faszinierende Reise mit zu diesen geheimnisvollen Lebensräumen und zeigt die dramatischen Folgen von Landnutzung und Verschmutzung auf.
Für Harburg ist das Thema von brennender Aktualität: Große Teile des Harburger Moorgürtels sind durch Infrastrukturprojekte wie den Bau der Autobahn A26-Ost und fortschreitende Versiegelung akut gefährdet. Eric Golbs, umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion Harburg: „Wir haben in Harburg mit dem Moorgürtel einen ökologischen Schatz, den wir viel zu oft als reine Baufläche oder Trasse missverstehen. Moore sind unsere natürlichen Superhelden im Kampf gegen die Klimakatastrophe. Es ist politisch völlig widersprüchlich, einerseits Klimaziele zu verkünden und andererseits wertvolle Moore für Autobahnprojekte wie die A26-Ost zu opfern. Wir müssen Moore nicht nur schützen, sondern konsequent renaturieren! Dieser Filmabend zeigt, dass Moorschutz kein Nischenthema ist, sondern eine Überlebensfrage für unsere Region.“
Filmvorführung und Expert*innen-Talk
Nach dem 75-minütigen Dokumentarfilm (Englisch mit deutschen Untertiteln) diskutieren die Gäste gemeinsam mit Aktivist*innen von „Moorburg Forever“ über die konkreten Bedrohungen der Moore im Hamburger Süden und die notwendigen politischen Weichenstellungen.
„Wir wollen informieren, aufrütteln und vernetzen“, so Eric Golbs weiter. „Der Abend im Stellwerk bietet Interessierten die Gelegenheit, direkt mit den Filmemachenden und lokalen Expert*innen ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, wie wir den Erhalt dieser lebenswichtigen Ökosysteme gemeinsam durchsetzen können.“
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Mi., 25. Feb. | 18.30 Uhr
Filmvorführung „Mission to Marsh“ mit anschließender Diskussion
Stellwerk (Bahnhof Harburg, über Fernzuggleis 3) | Eintritt frei!
Veranstalterinnen: Rosa Luxemburg Stiftung, Linksfraktion Harburg, moorburgforever

