„Sozial geht anders“, stellt Ulla Taha, stellvertretende Fraktionsvorsitzende DIE LINKE. in der Harburger Bezirksversammlung fest. Dabei bezieht sie sich auf die Antwort des Bezirksamtes zur Kleinen Anfrage der Fraktion zum aktuellen Stand des öffentlich geförderten Wohnraums im Bezirk Harburg.

„Der rot-grüne Senat feiert sich gerne für den Wohnungsbau in Hamburg – die Zahlen sprechen aber eine deutlich andere Sprache: Finanziell schwächere Menschen werden beim Wohnungsbau links liegen gelassen“, so Taha. „Hamburg und der rot-grüne Senat sind immer so stolz auf ihren Drittelmix mit einem Drittel gefördertem Wohnraum bei Baugenehmigungen – aber offensichtlich verschwinden dann geförderte Wohnungen irgendwo.“ Denn von 1.004 genehmigten Wohneinheiten im Jahr 2019 sind nur 265 gefördert, also deutlich weniger als ein Drittel. Und über die real fertiggestellten Wohnungen könne der Bezirk keine Auskunft geben.

„Und genehmigte Wohneinheiten sind nicht dasselbe wie fertiggestellte. Da vermuten wir, sieht es noch einmal finsterer für die Menschen aus, die dringend auf geförderten Wohnraum angewiesen sind“, so Jörn Lohmann, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE. in der Harburger Bezirksversammlung. „Verschärfend kommt noch hinzu, dass im vergangenen Jahr 623 Wohnungen aus der Sozialbindung gefallen sind – mehr als doppelt so viele wie genehmigt wurden. In diesem Jahr werden es 310 sein. Die deutlich hohe Zahl zweckentfremdeter Wohnungen verschärft das Problem noch einmal.“

„Wir fordern den rot-grünen Senat auf, hier zu handeln. Harburg braucht dringend sozial geförderten Wohnraum, denn hier sind viele Menschen auf wenigstens einigermaßen günstige Mieten angewiesen. Das sollte auch die Bausenatorin wissen“, so Taha.

Last modified: 25. Juli 2020
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