Oxfam Studie belegt: Reiche sind klimaschädlich

Die neue Oxfam-Studie zur „Klimakluft“ belegt, was DIE LINKE seit Langem sagt: Die Klimakrise und die soziale Ungleichheit sind untrennbar miteinander verbunden. Die Hauptverursacher*innen sitzen nicht in den ärmeren Bevölkerungsschichten, sondern an der Spitze der Einkommenspyramide.

Wir brauchen eine sozial gerechte Klimawende, die die Reichsten zur Kasse bittet und die Harburger*innen entlastet.

Die Klimakrise ist nicht nur eine ökologische, sondern zutiefst eine soziale Krise. Die jüngsten Berechnungen von Oxfam in Zusammenarbeit mit dem Stockholm Environment Institute zeigen die dramatische Ungleichheit bei den CO₂-Emissionen. Während die globale Erwärmung insbesondere für ärmere Bevölkerungsschichten in wirtschaftlich benachteiligten Ländern lebensbedrohliche Konsequenzen hat, wird sie überproportional von den reicheren Bevölkerungsschichten verursacht – und das betrifft auch uns in Harburg.

Die Zahlen sind schockierend und verdeutlichen die sogenannte „Klimakluft“:

Die globale Schere

  • Eine Person aus dem reichsten 0,1 Prozent der Weltbevölkerung verursacht täglich über 800 kg CO₂-Emissionen.
  • Im krassen Gegensatz dazu verursacht ein Mensch aus den ärmsten 50 Prozent der Welt durchschnittlich nur 2 kg CO₂-Emissionen pro Tag.
  • Um das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf maximal 1,5 °C zu begrenzen, müsste das reichste 0,1 Prozent seine durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen bis 2030 um 99 Prozent reduzieren.

Die Superreichen tragen nicht nur durch ihren Konsum zur Krise bei: Als Eigentümer*innen und Anteilseigner*innen großer Konzerne verantworten sie über ihre Investitionsemissionen enorme Mengen an CO₂.

  • Die durchschnittlichen Investitionsemissionen eines*r Milliardär*in betragen 1,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Kopf und Jahr – das ist 346.000-mal mehr als die Emissionen eines Menschen im weltweiten Durchschnitt.

Fast 60 Prozent dieser Investitionen fließen in besonders klimaschädliche Sektoren wie Öl und Gas.

Die Klimakluft in Deutschland

Auch in Deutschland ist die Verteilung der Verantwortung für die Klimakrise zutiefst ungerecht.

  • Die einkommensstärksten zehn Prozent der Menschen in Deutschland sind für 28 Prozent der gesamten CO₂-Emissionen verantwortlich. Das sind fast so viele Emissionen wie die gesamte ärmere Hälfte der Bevölkerung zusammen (die 30 % verantwortet ).
  • Die Pro-Kopf-Emissionen zeigen die extreme Spanne: Eine Person aus dem reichsten 0,1 Prozent verursacht durchschnittlich über 840 kg CO₂ täglich , während ein Mensch aus den ärmsten 50 Prozent bei 16 kg liegt (oder sogar nur 11 kg bei den ärmsten 10 Prozent).
  • Eine Person aus dem reichsten 0,1 Prozent verursacht damit 52-mal mehr Emissionen als eine Person aus den ärmsten 50 Prozent.

    Ein weiterer Ungerechtigkeits-Faktor: Während die ärmere Hälfte der Deutschen ihre Emissionen zwischen 1990 und 2022 um durchschnittlich 36 Prozent reduziert hat, sanken die Emissionen des reichsten Prozents nur um 25 Prozent. Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten haben im Schnitt einen viel geringeren individuellen Spielraum zur Emissionssenkung. Sie wohnen oft zur Miete und haben kaum Einfluss darauf, ob ihre Wohnungen mit fossilen oder erneuerbaren Energiequellen beheizt werden.

     

    DIE LINKE fordert: Der Weg zur gemeinwohlorientierten Wirtschaft

    Die Klimakrise und die soziale Ungleichheit sind untrennbar miteinander verbunden und müssen daher auch politisch gemeinsam angegangen werden. Reiche Bevölkerungsschichten und Superreiche tragen eine besonders große Verantwortung2.

    Die Linksfraktion Harburg fordert daher eine soziale und ökologische Wende, die alle Harburger*innen mitnimmt:

    1. Klimaschutz durch Systemwandel

    Wir brauchen eine massive Reduktion der CO₂-Emissionen und eine konsequente Abkehr von fossilen Energien. Darüber hinaus fordern wir:

    • Eine Transformation unseres Wirtschaftssystems weg von allein markt-basierten und auf „grünes Wachstum“ fokussierten Ansätzen hin zu einer gemeinwohlorientierten Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen.
    • Die Verankerung öffentlicher Eigentumsformen für zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge, wie Energie, Mobilität, Gesundheit und Bildung.
    1. Reiche müssen finanziellen Beitrag leisten

    Die Hauptverursacher*innen der Klimakrise müssen finanziell zu ihrer Bewältigung beitragen.

    • Wir unterstützen die Forderung nach einer Mindeststeuer von zwei Prozent für Multimillionär*innen und Milliardär*innen. Diese Steuer könnte allein in Deutschland Einnahmen von elf bis 28 Milliarden Euro einbringen  und würde nur einen kleinen Teil der reichsten Haushalte betreffen.
    1. Soziale Gerechtigkeit durch Klimageld

    Die Lasten der Transformation dürfen nicht auf den Schultern der Ärmeren liegen.

    Wir in Harburg werden uns weiter dafür einsetzen, dass der Senat und die Bundesregierung diese Erkenntnisse nicht ignorieren. Eine gerechte Zukunft ist nur möglich, wenn wir die Klimakrise und die soziale Ungleichheit gemeinsam und an der Wurzel bekämpfen.

    Wir fordern die Einführung eines sozial gestaffelten Klimagelds.

Dieses muss die einkommensschwächeren Harburger*innen entlasten und sicherstellen, dass die Transformation sozial gerecht umgesetzt wird.

Die gesamte Studie hier.