Mit Bestürzung hat die Fraktion DIE LINKE am 17. Februar 2018 den Artikel in „Der Neue Ruf“ zur Kenntnis genommen, wo ein Unbekannter in unverantwortlicher Weise gegen die geplante Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in einem Gebäude an der Altwiedenthaler Höhe Vorurteile schürt. Der anonym bleibende Informant bezog sich auf eine Diskussion im nichtöffentlichen Teil des Regionalausschusses Süderelbe am 24. Januar 2018. Nicht nur dass es strafbar ist, Interna aus dem nichtöffentlichen Teil der Ausschüsse an die Presse zu geben, auch die Behauptung, es handele sich bei den unterzubringenden Personen um jugendliche Straftäter, entspringt nur der Imagination des Informanten. „Die Tatsache, dass dort eine Betreuung rund um die Uhr stattfinden soll, deutet in keiner Weise auf die geplante Unterbringung von „Intensivtätern“ hin“, so Fraktionsmitglied Sabahattin Aras. In Paragraf 34 in SGB VIII heißt es nämlich: „Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung über Tag und Nacht (Heimerziehung) oder in einer sonstigen betreuten Wohnform soll Kinder und Jugendliche durch eine Verbindung von Alltagserleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung fördern. Sie soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie 1. eine Rückkehr in die Familie zu erreichen versuchen oder 2. die Erziehung in einer anderen Familie vorbereiten oder 3. eine auf längere Zeit angelegte Lebensform bieten und auf ein selbständiges Leben vorbereiten.“ Deshalb ist diese Betreuungsform in der Jugendhilfe der Regelfall.

 Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende André Lenthe meint: „Was hier stattfindet, ist miese Stimmungsmache und außerdem eine Stigmatisierung und Vorverurteilung von Kindern und Jugendlichen, die aus schwierigen oder zerrütteten Verhältnissen stammen. Sie sind an ihrer Situation unschuldig und brauchen vor allem ein soziales Umfeld. Man kann sie doch nicht einfach in ein Industriegebiet abschieben, nur weil man das Elend der sozial Schwachen nicht vor der eigenen Haustür sehen will.“ 

Bei den Plänen, jugendliche Auszubildende neben der Flüchtlingsunterkunft in Rönneburg unterzubringen, haut die Harburger CDU in die gleiche Kerbe. So ließ CDU-Fraktionsvorsitzender Fischer laut „Hamburger Abendblatt“ vom 31. Januar verlauten,  „ein Containerwohnheim für Jugendliche wäre vom Charakter her ja der Flüchtlingsunterkunft sehr ähnlich“ und würde damit gegen die mit den Anwohnern getroffene Vereinbarung verstoßen. „Mit diesem Vergleich wird bewusst Stimmung gemacht und es sollen negative Assoziationen geweckt werden. Ein Wohnheim für Jugendliche hat nichts zu tun mit einer Flüchtlingsunterkunft“, sagt André Lenthe. 

„Anstatt die betroffenen Kinder und Jugendlichen als Gefährdung zu sehen und sie auszugrenzen, müssen wir sie bei ihrer Entwicklung unterstützen. Wir als LINKE sehen sie nicht als Problem, sondern als Bereicherung für die Gesellschaft und den Stadtteil“, so Sabahattin Aras abschließend, der selbst mit seiner Familie im Stadtteil wohnt.

Last modified: 26. Juli 2020
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