Das ehemalige Karstadt-Gebäude in Harburg steht seit über anderthalb Jahren leer. Anstatt als belebter Ort für Kunst und Kultur zu dienen, verkommt es zu einem Symbol für den Stillstand in der Harburger Stadtentwicklung. Unsere Links-Fraktion hat sich in der Bezirksversammlung Harburg immer wieder mit dem Thema befasst und nachgehakt, um eine Lösung herbeizuführen.
Wir haben in zwei Anfragen (Drs. 22.0561 / Drs. 22-0949) versucht, Klarheit in das Durcheinander zu bringen. Zuerst wollten wir wissen, welche Kosten der Leerstand verursacht und ob es Konzepte für eine Teilnutzung gibt. Die Antwort der Finanzbehörde war wenig aufschlussreich: Die Kosten seien nicht klar bezifferbar und eine gezielte Steuerung der Technik sei nicht möglich.
Unsere zweite Anfrage beleuchtete den überraschenden Rückzug der städtischen “Hamburg Kreativ Gesellschaft” aus den Planungen. Der Grund: fehlende Klarheit über die Aufgaben, fehlendes Budget und keine gesicherte Finanzierung. Das Netzwerk SuedKultur, eine wichtige Stimme der Kulturszene, bestätigte, dass es keine klaren Pläne für die Nutzung der Flächen oder die Finanzierung der Konzepte gab.
Das Bezirksamt bedauerte in seiner Antwort den Rückzug, gab aber zu, dass auch andere Dienstleister diese Aufgabe übernehmen könnten. Welche wurden wiederum nicht genannt. Es betonte, dass der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) und die Sprinkenhof GmbH die Federführung haben, während das Bezirksamt nur eine beratende Rolle einnimmt. Immerhin wurde eingeräumt, dass Flächen im ersten bis vierten Obergeschoss für soziokulturelle Zwecke vorgesehen sind.
Simon Dhemija, linker Bezirksabgeordneter und Vorsitzender des Kulturausschusses: „Wenn man das so liest, bekommt man den Eindruck, das Bezirksamt sei an der kulturellen Nutzung des Karstadtgebäudes weder beteiligt, noch wirklich interessiert.“
Jetzt muss etwas passieren!
Weil die Situation so unklar ist und die Kulturschaffenden sich außen vor gelassen fühlen, haben wir nun im September 2025 einen weiteren Antrag gestellt. Wir fordern, dass Mitarbeiter des LIG, von Sprinkenhof und des Bezirksamts in den Stadtentwicklungsausschuss Harburg kommen und erklären, warum der Stillstand herrscht.
Unser Ziel ist es, die Beteiligung der Harburger Kulturakteure sicherzustellen und endlich Klarheit über die Zukunft der Zwischennutzung zu schaffen. Das ehemalige Karstadt-Gebäude muss ein Ort der Begegnung und Kreativität werden – nicht ein weiteres ungenutztes Gebäude im Herzen unseres Bezirks!
Hier ein Bericht vom Hamburg Journal vom 27. August 2025:


