Das Thema beschäftigt die Medien aber auch uns: Die Entscheidung des Bezirksamtes Harburg, die Hausnummer 30 am Nymphenweg in Marmstorf aufzuheben, sorgt für Wut, Angst und schlaflose Nächte bei über 100 betroffenen Harburger*innen. Die Linksfraktion Harburg verurteilt dieses Vorgehen, das die Existenzgrundlage langjähriger Bewohner*innen bedroht, und bringt einen Antrag in die Bezirksversammlung ein.
Unter der Anschrift Nymphenweg 30 befinden sich etwa 100 kleine Grundstücke als Parzellen einer Kleingartenanlage. Allerdings: wie oft aus Raumnot geschehen, wohnen dort einige Menschen seit Jahrzehnten. Mit Bescheid vom 4. August 2025 hat das Bezirksamt nun aber die Hausnummer für das Grundstück Nymphenweg 30 mit der Begründung aufgehoben, dass die Fläche laut geltenden Nutzungsvorgaben ausschließlich Kleingarten- und Erholungszwecken dienen dürfe – und nicht zu Wohnzwecken.
Die Konsequenzen sind verheerend:
- Verlust des Zuhauses: Mehrere Personen, darunter junge Familien und Rentner*innen, die hier teilweise seit Jahrzehnten wohnen, bangen um ihr Zuhause. Manche leben in sogenannten Behelfsheimen, die ihnen zufolge seit Jahren hier stehen.
- Soziale Notlage: Durch den Wegfall der offiziellen Meldeadresse drohen den Betroffenen gravierende Konsequenzen bei Meldepflichten, Postzustellung, Versicherungsschutz, Schulzuweisungen und sozialen Leistungen.
- Empathielos: Die Anwohner*innen sehen sich durch die Entscheidung unrechtmäßig behandelt und erheben schwere Vorwürfe gegen die Politik, die hier “Beamtenwillkür” zeige. Besonders ältere Bewohner*innen, die auf einen Rollator angewiesen sind und nur eine geringe Rente haben, befürchten den Verlust ihres Zuhauses UND dass sie sich eine neue Mietwohnung nicht werden leisten können.
Die Betroffenen arbeiten bereits an einer Sammelklage und haben Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt.
Wir fordern: Offenlegung der Fakten
Wir lassen nicht zu, dass in Harburg auf diese Weise Existenzen bedroht werden! die Linke Harburg bringt einen Antrag in die Bezirksversammlung ein, um das Bezirksamt zur sofortigen und vollständigen Aufklärung zu zwingen.
Wir fordern, dass verantwortliche Vertreter*innen des Bezirksamts in den Regionalausschuss Harburg eingeladen werden, um über folgende Punkte zu berichten:
- die rechtlichen und tatsächlichen Grundlagen der Aufhebungsentscheidung.
- die gesamte Nutzungsgeschichte und Genehmigungslage am Nymphenweg 30, insbesondere die unvollständigen Bauakten.
- die genaue Zahl der betroffenen Personen und ihre melderechtliche Situation.
- den derzeitigen Stand der Umsetzung und den angesetzten zeitlichen Rahmen.
- die Handlungsoptionen des Bezirksamtes im Hinblick auf Übergangs- oder Härtefallregelungen für die langjährigen Bewohner*innen.
Wir stehen an der Seite der Menschen vom Nymphenweg! Statt auf sture Verwaltungsvorschriften zu pochen, muss die Harburger Verwaltung im Sinne der Menschlichkeit und im Angesicht der akuten Wohnungsnot in Hamburg eine friedliche, verhältnismäßige Lösung und einen Kompromiss finden!
Last modified: 18. November 2025

