Die geplante Schließung der Inklusions-Kita Elfenwiese in Marmstorf zum September 2026 schlägt hohe Wellen. Die Linksfraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Harburg kämpft an vorderster Front für den Erhalt dieser einzigartigen Einrichtung. Mit einem umfassenden Antrag und einer detaillierten Anfrage bringen wir Licht ins Dunkel der Senatsentscheidungen.
Standorterhalt und Inklusionsqualität – Kein „Aus“ nach Kassenlage!
Was der städtische Träger „Elbkinder“ zunächst als marderbedingte Notschließung darstellte, entpuppt sich nach und nach als rein finanzgetriebene Entscheidung. Inzwischen ist klar: Die vermeintlichen Marder waren nur ein Vorwand, um die Sanierungskosten von rund 10 Millionen Euro zu umgehen. Für uns als Linksfraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Harburg ist klar: Inklusion ist eine gesellschaftliche Daueraufgabe und darf nicht unter Wirtschaftlichkeitsvorbehalt gestellt werden.
In unserer Kleinen Anfrage Antrag „Sicherung inklusiver frühkindlicher Bildung am Standort Elfenwiese“ (Drs. 22-1366) fordern wir:
- Vollständige Alternativenprüfung: Bevor über eine Schließung auch nur nachgedacht wird, müssen alle Optionen wie Modulbauten oder Interimslösungen am Standort geprüft werden.
- Flächenschutz: Das Areal an der Elfenwiese muss dauerhaft für die inklusive frühkindliche Bildung gesichert werden. Wir lehnen eine schleichende Umnutzung für schulische Zwecke ab.
- Trägerwechsel prüfen: Wenn die „Elbkinder“ sich außerstande sehen, den Standort zu erhalten, muss geprüft werden, ob ein anderer Träger dieses wichtige inklusive Angebot fortführen kann.
Simon Dhemija, jugendpolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Bezirksversammlung Harburg: „Die Elfenwiese ist ein Kompetenzzentrum, das man nicht einfach zerschlagen kann. Die Kinder brauchen ihre gewohnten Strukturen und die multiprofessionellen Teams. Wer Inklusion ernst meint, muss Geld für die Sanierung in die Hand nehmen, statt Kinder und Eltern vor vollendete Tatsachen zu stellen.“
Das fragwürdige Verfahren der Behörden
Besonders empörend ist die Art und Weise, wie mit den betroffenen Familien umgegangen wird. Berichte über massiven Entscheidungsdruck und unklare Informationswege werfen kein gutes Licht auf die Verantwortlichen. Die Linksfraktion Harburg hat deshalb eine weitere Kleine Anfrage zum „Verwaltungsverfahren und der Koordination zur Schließung“ (Drs. 22-1369) gestellt.
Dabei wollen wir vom Bezirksamt Harburg wissen:
- Wann genau war was bekannt? Es gibt Hinweise, dass die Schließung im Aufsichtsrat der „Elbkinder“ längst geplant war, während Eltern noch im Unklaren gelassen wurden.
- die Rolle des Bezirksamtes: Wie war das Bezirksamt Harburg in diesen Prozess eingebunden und warum wurde die bezirkliche Jugendhilfeplanung offenbar übergangen?
- Zeitdruck: Warum werden Eltern mit extrem kurzen Fristen bis Ende Januar zur Wahl von Ersatz-Kitas gedrängt, wenn die Schließung erst 2026 erfolgen soll?
Simon Dhemija: „Das Verfahren gleicht einem Überrumpelungsversuch. Eltern von Kindern mit schwersten Behinderungen brauchen Sicherheit und Vertrauen, keinen Zeitdruck und vage Versprechungen. Wir verlangen volle Transparenz darüber, welche Rolle der Senat und die Aufsichtsrätinnen der Elbkinder in diesem Spiel wirklich einnehmen.“
Auch die Linksfraktion in der Hamburger Bürgerschaft treibt das Thema nun auf Landesebene voran und wir werden hier in Harburg weiterhin jeden Stein umdrehen. Inklusion darf nicht am Geld scheitern!
Last modified: 18. Januar 2026

