In Zeiten eines massiven Fachkräftemangels in der frühkindlichen Bildung sorgt eine Entscheidung der Schulbehörde für Unruhe: Die bewährten PraxisAusbildungsstätten (PAS) sollen geschlossen werden.
Wir als Linksfraktion Harburg sehen darin eine Gefahr für die Qualität der sozialpädagogischen Ausbildung und haben deshalb eine umfassende Aufklärung im Jugendhilfeausschuss beantragt (Drs. 22-1565).
Die PraxisAusbildungsstätten (PAS) leisten seit Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Ausbildung von Erzieher*innen und sozialpädagogischen Assistent*innen. Sie zeichnen sich durch eine besonders enge Verzahnung von theoretischem Wissen und praktischer Anleitung aus. Dennoch hat die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB) nun entschieden, dieses Modell zugunsten einer strukturellen Neuausrichtung abzuwickeln.
Die Behörde aber argumentiert, das PAS-Modell sei durch die Weiterentwicklung der Fachschulausbildung überholt. Künftig soll die Praxisphase verstärkt über Kooperationen mit verschiedenen Kitas organisiert werden. Fachkräfte aus der Praxis wiederum schlagen Alarm: Denn die PAS bieten eine strukturierte Anleitung durch erfahrene Fachkräfte und eine intensive Begleitung, die in normalen Kita-Betrieben oft kaum leistbar ist. Und es wird befürchtet, dass die Ausbildungsqualität sinkt und die Belastung für die aufnehmenden Kitas ohne die feste Struktur der PAS zunimmt.
Als Linksfraktion in Harburg wollen wir nicht zulassen, dass eine funktionierende Ausbildungsstruktur ohne Not geopfert wird. In unserem Antrag fordern wir daher die Einladung zentraler Akteure in den Jugendhilfeausschuss:
- Die Schulbehörde (BSFB): Sie muss die fachlichen Gründe für das Aus der PAS darlegen.
- Die Berufliche Schule Sozialpädagogik (BS 18): Zur Klärung der künftigen Zusammenarbeit zwischen Schule und Praxis.
- PAS-Leitungen und Fachkräfte: Um die Bedeutung der Einrichtungen für die Ausbildungsqualität aus erster Hand zu schildern.
- Gewerkschaften und Berufsverbände (z.B. GEW): Für eine unabhängige Einschätzung der Folgen für den Arbeitsmarkt.
Fachkräftesicherung braucht Qualität
„Wer den Fachkräftemangel bekämpfen will, darf nicht bei der Qualität der Anleitung sparen“, so Simon Dhemija von der Linksfraktion Harburg. „Wir brauchen eine Ausbildung, die junge Menschen optimal auf den Beruf vorbereitet und sie langfristig im Feld hält. Die Schließung der PAS darf nicht zu einem Experiment auf dem Rücken der Auszubildenden und der Kinder werden.“
Wir bleiben dran, dass Harburg ein Standort für hochwertige sozialpädagogische Ausbildung bleibt!
Last modified: 17. März 2026

