Ein zentrales Instrument zur Stärkung der Rechte junger Menschen und Familien in Hamburg-Harburg steht kurz vor dem Kollaps: Die Ombudsstelle für Jugendhilfe ist massiv überlastet und in ihrer Existenz bedroht. Dies wurde im Jugendhilfeausschuss am 11. Juni 2025 deutlich. Die Linksfraktion Harburg fordert den Senat zu sofortigem Handeln auf, um diese unverzichtbare Einrichtung zu retten und nachhaltig zu stärken (siehe Drs. 22-0820).

Die Ombudsstelle wird von Hilfesuchenden stark nachgefragt und schließt eine wichtige Lücke in der Unterstützung von jungen Menschen und Familien. Doch trotz des herausragenden Engagements ehrenamtlicher Ombudspersonen, denen ausdrücklich zu danken ist, stößt das Projekt an seine Grenzen. Aktuell sind lediglich drei Festangestellte im Einsatz – eine Zahl, die der stetig steigenden Nachfrage in keiner Weise gerecht wird. Unter diesen Bedingungen ist eine Weiterführung und insbesondere eine Verstetigung des Angebots kaum möglich.

Die Fachstelle Ombudschaft hat bereits konkrete Empfehlungen zur strukturellen Stärkung selbst formuliert. Die Linksfraktion Harburg fordert nun die schnelle Umsetzung dieser Maßnahmen:

  • Gezielte Förderung und Stärkung ehrenamtlicher Ombudspersonen
  • Gewährleistung der Erreichbarkeit des öffentlichen Trägers auch in Krisenzeiten
  • Stärkung einer kritischen Feedbackkultur und niedrigschwelliger Beschwerdemöglichkeiten
  • Bereitstellung von Wissen über zentrale Rechte und Verfahrensweisen (z.B. als FAQs)
  • Systematische Öffentlichkeitsarbeit für junge Menschen im Bezirk
  • Verbesserung der Übergangsgestaltung für junge Volljährige

Darüber hinaus belegt auch einschlägige Fachliteratur, dass die ausschließliche Bearbeitung von Einzelfällen dem strukturellen Anspruch der Ombudsstelle widerspricht. Nachhaltige Konfliktbearbeitung erfordert eine Auseinandersetzung mit strukturellen Machtasymmetrien – dies kann nur durch eine entsprechende personelle und institutionelle Ausstattung gelingen.

Die Linksfraktion Harburg fordert daher den Senat auf, die Sozialbehörde anzuweisen, die genannten sechs Empfehlungen für den Bezirk Harburg zeitnah umzusetzen und die personelle sowie strukturelle Absicherung der Ombudsstelle dauerhaft sicherzustellen.

Gleichzeitig fordern wir die Sozialbehörde auf, in einer der nächsten Sitzungen des Jugendhilfeausschusses detailliert darzulegen:

  • Wie das derzeitige Verfahren zur personellen und finanziellen Ausstattung der Ombudsstelle strukturiert ist.
  • Welche Maßnahmen geplant sind, um eine Überlastung der Fachkräfte und ehrenamtlichen Ombudspersonen zu verhindern und
  • Inwiefern das mögliche Ende der Hamburger Ombudsstelle angesichts des gesetzlichen Auftrags der Kinder- und Jugendhilfe rechtlich zu verantworten ist.

Simon Dhemija, Fraktionsmitglied im Jugendhilfeausschuss Harburg: „Wir werden nicht zulassen, dass ein so wichtiges Angebot für junge Menschen und Familien aus Überlastung scheitert. Wir brauchen eine Ombudsstelle, die ihren Namen verdient und die Rechte von Kindern und Jugendlichen effektiv schützt!“

Last modified: 1. Juli 2025