Der Hamburger Senat will ein neues Haus für die Hamburgische Staatsoper auf dem Baakenhöft in der HafenCity bauen lassen – mit massiver finanzieller Unterstützung von Klaus-Michael Kühne und seiner Stiftung. Die Linksfraktion in der Hamburger Bürgerschaft lehnt diesen Plan grundsätzlich ab.
Warum? Weil das Geld von Herrn Kühne auf einem fatale[n] erinnerungspolitische[n] Signal an die Gesellschaft basieren würde.
Das Vermögen basiert auf NS-Verbrechen
Das Fundament des Kühne-Vermögens liegt in der NS-Zeit. Das Familienunternehmen Kühne + Nagel war aktiv an den Verbrechen des Regimes beteiligt:
- M-Aktion: Ab 1942 transportierte Kühne + Nagel im Rahmen der sogenannten “M-Aktion” (Möbel-Aktion) geraubte Möbel, Kunst und Hausrat von geflohenen und deportierten Jüd*innen aus besetzten Ländern nach Deutschland.
- Historisch belasteter Ort: Teile dieses Raubguts wurden nur wenige Meter vom geplanten Opernstandort entfernt, im Schuppen 25, zwischengelagert und später in Hamburg versteigert.
- Opfer aus der eigenen Firma: Der Hannoversche Bahnhof in der Nähe des Baakenhöfts ist ebenfalls ein Ort der Schuld. Hier kamen die Transporte mit geraubtem jüdischem Eigentum an. Von hier aus wurden aber auch über 8.000 Menschen in Ghettos und Vernichtungslager verschleppt, darunter Adolf Maass. Er war über 30 Jahre für Kühne + Nagel tätig und wurde 1933 von Alfred und Werner Kühne, dem Vater und Onkel von Klaus-Michael Kühne, aus dem Unternehmen gedrängt. Adolf Maass wurde 1945 in Auschwitz ermordet.
Der Senat muss Verantwortung zeigen!
Trotz dieser erdrückenden historischen Fakten weigert sich Klaus-Michael Kühne, die NS-Vergangenheit seines Familienunternehmens öffentlich und unabhängig aufarbeiten zu lassen.
Der Senat kann ihn nicht zwingen, dies zu tun. Aber er muss seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Deshalb fordern wir im Antrag an die Bürgerschaft:
Der Senat wird aufgefordert, die Pläne für ein neues Opernhaus auf dem Baakenhöft und die Annahme der finanziellen Unterstützung von der Kühne-Stiftung nur dann weiterzuverfolgen, wenn Klaus-Michael Kühne sich vertraglich dazu verpflichtet:
- Die Firmenarchive von Kühne + Nagel zu öffnen.
- Die NS-Geschichte seines Familienunternehmens unabhängig aufarbeiten zu lassen.
- Die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Wir dürfen als Freie und Hansestadt Hamburg kein “Geschenk” annehmen, das auf einem nicht aufgearbeiteten Erbe von Unrecht und Verbrechen beruht!
Die Aufarbeitung der Geschichte ist die Bedingung für eine weitere Zusammenarbeit!
Last modified: 29. September 2025


