Der Umbau der Jägerstraße und die anstehenden Bauarbeiten am Reeseberg verschärfen den Parkdruck der Anwohner*innen in Wilstorf-Reeseberg. Unsere Fraktion der Linken in Harburg hat in einer Kleinen Anfrage (Drs. 22-0922) nachgehakt, warum ein angekündigtes Verkehrsgutachten dazu nicht veröffentlicht wurde, die Bauarbeiten aber schon beginnen. Die Antworten des Bezirksamts sind entlarvend: Das Bezirksamt gibt an, dass das versprochene Verkehrsgutachten für den östlichen Bereich von Wilstorf noch gar nicht fertiggestellt und an das Bezirksamt übergeben wurde. Es befindet sich noch in der Bearbeitung. Trotzdem wurden die Bauarbeiten am Reeseberg bereits begonnen. Das Bezirksamt begründet dies damit, dass die Planung schon lange vor dem Gutachten begonnen hat und der schlechte Straßenzustand sowie die Erschließung des Spielplatzes keinen Aufschub dulden.

Besonders bemerkenswert: Laut Bezirksamt hätten die Ergebnisse des Gutachtens ohnehin keinen Einfluss auf die Planung, da “Regelwerke und Flächenverfügbarkeit” die maßgeblichen Faktoren seien.

In der Jägerstraße hat der Umbau bereits zu einer Verkehrsberuhigung geführt, da die baulichen Maßnahmen die Einhaltung des Tempo-30-Limits unterstützen. Doch der Verlust von 40% der Parkplätze sorgt bei Anwohner*innen für Frust und gefährliche Situationen. Fehler bei diesem Umbau? Laut Bezirksamt nicht festzustellen. Dennoch müssen Anwohner*innen nun mit weniger Stellplätzen klarkommen.

Das Parkplatzmoratorium, das eigentlich Entlastung bringen sollte, hat am Reeseberg zu keinerlei Änderungen bei den Bauvorhaben geführt. Auch wurden bereits zwei E-Ladestationen eingerichtet.

Anwohner*innen werden spät informiert

Die Anwohner*innen wurden erst sehr kurzfristig über die anstehenden Baumaßnahmen informiert. Der “Eisenbahnbauverein” erhielt am 1. August 2025 eine detaillierte Information, die anderen Anlieger erst am 26. August 2025, obwohl die Umbauten ab dem 8. September 2025 starten sollten.

Das Vorgehen des Bezirksamts Harburg ist ein Schlag ins Gesicht für die Bürger*innen. Ein angekündigtes Gutachten, das die Anwohner*innen entlasten sollte, wird nicht abgewartet, weil es angeblich keinen Einfluss auf die Planung habe. Die Politik und die Öffentlichkeit werden bewusst außen vorgelassen. Eric Golbs, verkehrspolitischer Sprecher der Harburger Linksfraktion: „Die Anwohner und Anwohnerinnen sind letztlich die Leidtragenden einer Politik, die von oben herab entscheidet, ohne Transparenz und ohne die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen.“

Die Linksfraktion Harburg  wird sich weiterhin für die Interessen der Harburger*innen einsetzen und gegen diese undemokratischen Zustände kämpfen.

Last modified: 19. September 2025