Seit Monaten schildern die Bewohner*innen der Unterkunft Schlachthofstraße massive Missstände. Doch anstatt die Notrufe ernst zu nehmen, tut der Hamburger Senat noch immer so, als sei das alles nicht belegt. Als Linksfraktion Harburg finden wir diese Politik des Aussitzens mehr als beschämend.

Zusammen mit den Fraktionen der Grünen und der SPD (Drs. 22-1160) haben wir eine offizielle Besichtigung, volle Transparenz und echte Aufklärung der Vorwürfe eingefordert. Die Antwort der Behörde für Inneres und Sport (BIS) auf unseren Antrag ist jedoch eine herbe Enttäuschung. Statt Offenheit erleben wir Abwehr. Statt politischer Konsequenzen hören wir lediglich unverbindliche Floskeln.

Besonders empörend ist die Weigerung der Behörde, ein zusätzliches Dialogforum für die Schlachthofstraße einzurichten. Die BIS erklärt dieses schlicht für „nicht erforderlich“. Nach all der Zeit, den Protesten der Initiative „Abolish Camp Schlachthofstraße“ und den schwerwiegenden Schilderungen der Menschen vor Ort ist diese Haltung arrogant und ignorant.

Simon Dhemija, sozialpolitischer Sprecher der Linksfraktion Harburg: Wer berechtigte Kritik einfach aussitzt, handelt verantwortungslos gegenüber den betroffenen Menschen. Wir brauchen endlich Transparenz und echte Verbesserungen statt bloßer Verwaltungsfloskeln.“

Wer sich „sozial“ nennt, darf Kritik nicht kleinreden oder durch Beschwichtigung ersetzen. Menschenwürdige Unterbringung bedeutet nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern erfordert Kontrolle der Standards, Transparenz in den Verfahren und sichtbare Verbesserungen benannter Missstände. Es ist eine Schande, dass Betroffene immer wieder laut werden müssen, um überhaupt gehört zu werden.

Wir als Linksfraktion Harburg lassen nicht locker. Wir werden das Thema weiterhin in die Ausschüsse tragen und darauf pochen, dass die Zustände vollständig aufgeklärt und nachhaltig verbessert werden.

Schluss mit der Ignoranz – die Rechte der Bewohner in der Schlachthofstraße müssen endlich zählen!

Last modified: 27. Februar 2026