Die Einschulung ist ein Meilenstein – doch der Weg dorthin ist für viele Kinder mit Hürden verbunden.

Ein zentraler Bestandteil sind die schulärztlichen Untersuchungen. Für Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) oder anderen Formen von Neurodivergenz können diese Standardtermine jedoch zur massiven Belastungsprobe werden. Mit einem neuen Antrag (Drs. 22-1570) setzt sich die Linksfraktion in Harburg dafür ein, dass individuelle Bedarfe bei diesen Untersuchungen endlich stärker berücksichtigt werden.

Denn Standard-Abläufe passen oft nicht, übliche Abläufe beim Schulärztlichen Dienst sind nur auf die breite Masse zugeschnitten. Für autistische Kinder aber stellen ungewohnte Situationen, Lärm oder Zeitdruck oft unüberwindbare Barrieren dar. Und Kommunikationsbarrieren führen häufig zu Stresssituationen, die sowohl für die betroffenen Kinder als auch für ihre Eltern extrem belastend sind.

Harburger Eltern berichten uns immer wieder von großen Unsicherheiten im Umgang mit ihren neurodivergenten Kindern während der Untersuchungen. Die Sorge ist also berechtigt, dass die individuellen Förderbedarfe unter diesen Bedingungen nicht angemessen erkannt werden können.

Aufklärung im Jugendhilfeausschuss

Um die Situation zu verbessern, fordert die Linksfraktion Harburg, Vertreter*innen des Schulärztlichen Dienstes in den Jugendhilfeausschuss einzuladen. Dort sollen zentrale Fragen geklärt werden:

  • Wie stellt sich die Behörde aktuell auf neurodivergente Kinder ein?
  • Gibt es spezifische Fortbildungen für die Mitarbeitenden, um besser auf Kinder mit ASS einzugehen?
  • Ist es perspektivisch möglich, für betroffene Kinder längere Zeitfenster für die Untersuchungen vorzusehen?
  • Wie sieht die aktuelle Personalausstattung aus, um eine situationsgerechte Betreuung sicherzustellen?

Jedes Kind hat das Recht auf eine faire Untersuchung und eine bestmögliche Unterstützung zum Schulstart. Wir als Linke wollen sicherstellen, dass neurodivergente Kinder nicht durch starre Verwaltungsabläufe benachteiligt werden. Es muss gewährleistet sein, dass der Schulärztliche Dienst in der Lage ist, flexibel und bedürfnisorientiert auf jedes Kind einzugehen.

Wir bleiben dran, denn Inklusion beginnt bereits vor dem ersten Schultag!

Last modified: 17. März 2026