Die Zahl der Menschen, die in Hamburg keine eigene Wohnung haben, stagniert auf einem besorgniserregend hohen Niveau von rund 32.410 Personen. Gleichzeitig schrumpft der Bestand an Sozialwohnungen rasant. Wer eine Dringlichkeitsbestätigung hat, sollte einen Anspruch auf eine Wohnung haben. Doch aktuell gelten über 16.000 Haushalte mit Dringlichkeitsschein als unversorgt. Unsere Fraktion fordert in einem Antrag an die Bürgerschaft (Drs. 23-01271), dass der Senat endlich wirksame und gezielte Maßnahmen ergreift.
Die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA versorgt jährlich nur etwa 2.100 Haushalte, die dringend eine Wohnung suchen. Die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften tragen mit nur rund 250 versorgten Haushalten kaum zur Entlastung bei. Das reicht nicht einmal ansatzweise aus, um den wachsenden Bedarf zu decken. Der Sozialwohnungsbestand mit WA-Bindung ist innerhalb kürzester Zeit von 26.000 auf 24.500 Wohnungen gesunken. Auch die Zahl der Zwangsräumungen ist wieder deutlich angestiegen.
Unsere sozialpolitische Sprecherin Olga Fritzsche in der Fraktion der Hamburgischen Bürgerschaft: „Wer Dringlichkeitschein oder Dringlichkeitsbestätigung hat, hat Anspruch auf eine Wohnung – Punkt. Ohne Wenn und Aber. Trotzdem gelten über 16.000 Haushalte als unversorgt, während Hamburgs Sozialwohnungsbestand rasant schrumpft. Wenn SAGA und die Genossenschaften zusammen nur knapp 2.400 vordringlich Wohnungssuchende im Jahr versorgen, reicht das nicht mal ansatzweise. Der Senat muss endlich vom Reden ins Handeln kommen – und zwar jetzt. Mehr bezahlbare Wohnungen, wirksame Prävention und gerechter Zugang sind der Schlüssel, um Wohnungslosigkeit nachhaltig zu bekämpfen.“
Um die Wohnungsnot in Hamburg wirksam zu bekämpfen, fordern wir den Senat auf, folgende Maßnahmen umzusetzen:
- Die SAGA muss ihre Kooperationsverträge anpassen und jährlich mindestens 3.000 vordringlich wohnungssuchende Haushalte mit Wohnraum versorgen.
- Die Fachstellen für Wohnungsnotfälle müssen präventive Hausbesuche ausbauen, um drohenden Wohnungsverlusten frühzeitig entgegenzuwirken.
- Das Personal in den Fachstellen muss bedarfsgerecht aufgestockt werden – mindestens um 30 zusätzliche Vollzeitäquivalente.
Wir werden nicht zulassen, dass die Wohnungsnot in Harburg und ganz Hamburg weiter ignoriert wird. Wir kämpfen für eine Politik, die Wohnraum als Menschenrecht betrachtet, nicht als Ware!
Last modified: 15. September 2025

