Aufgrund des 2016 zwischen Senat und Bezirken geschlossenen „Vertrag für Hamburg“ sollen pro Jahr hamburgweit mindestens 10.000 neue Wohnungen genehmigt werden, davon 30 Prozent mit öffentlicher Förderung. Öffentlich geförderte Wohnungen sind eine Voraussetzung für günstige Mieten, da sie extremen Mietsteigerungen entgegen wirken.  Der Bezirk Harburg soll mindestens 800 Wohnungsbaugenehmigungen jährlich erteilen. Davon müssten dementsprechend 240 Wohnungen öffentlich gefördert werden. 

Laut der Antwort auf eine Anfrage der Fraktion DIE LINKE wurde im Bezirk Harburg im Jahr 2017 zwar der Bau von 1.292 Wohneinheiten genehmigt, jedoch nur 84 mit öffentlicher Förderung. „Der Bezirk Harburg hinkt beim geförderten Wohnungsbau den Forderungen deutlich hinterher“, meint Jörn Lohmann, Vorsitzender der Harburger Fraktion DIE LINKE. „Gerade mal 6,5 Prozent der im Bezirk geplanten Wohnungen sind öffentlich gefördert.“ 

Hinzu kommt, dass im letzten Jahr 249 Wohnungen aus der Sozialbindung gefallen sind, 2018 werden es noch einmal 250 sein. „Das steht in keinem Verhältnis zueinander“,  meint Lohmann. „Es fallen deutlich mehr öffentlich geförderte Wohnungen weg, als neu gebaut werden. In einem eher sozial benachteiligten Stadtteil wie Harburg brauchen wir aber dringend eine ausreichende Anzahl von Sozialwohnungen.“ 

Von den genehmigten Wohnungen wurden ohnehin erst 503 Wohnungen fertig gestellt, davon nur 36 mit öffentlicher Förderung. „Es wurde viel genehmigt, aber nur wenig gebaut“, so Sven Peters aus der Fraktion DIE LINKE. „Viele Spekulanten holen sich erst einmal eine Baugenehmigung, ohne dass sie konkrete Pläne haben, wirklich zu bauen. Bezirk und Senat sind gefordert, solchen Grundstücksspekulationen Einhalt zu gebieten.“  

Last modified: 26. Juli 2020
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