Das neue Semester hat begonnen – aber über 2.200 Erstsemester haben noch keine feste Bleibe, Wohnung oder Zimmer, in Hamburg. „Sie müssen von ihren Heimatorten aus pendeln – wenn das aufgrund der Entfernung überhaupt möglich ist“, so der Fraktionsvorsitzende DIE LINKE in der Harburger Bezirksversammlung Jörn Lohmann. „Und wenn das Pendeln aufgrund der Entfernung nicht möglich ist, können sie vielleicht ihr Studium gar nicht antreten.“ 

Schuld an der Notsituation ist die schlechte Wohnungslage in Hamburg. „Es gibt viel zu wenig freien Wohnraum“, so Lohmann. „Und vieles von dem, was angeboten wird, ist für Studierende einfach nicht finanzierbar.“ So liegen die Durchschnittskosten für eine Unterkunft – oftmals nur ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft – bei 374 Euro im Monat. Für viele Studierende wäre diese Miete nur dann möglich, wenn sie neben dem Studium jobben. „Das geht aber häufig nicht, da die Studienordnungen Anwesenheit verlangen und die Studiendauer auf eine maximale Anzahl an Semestern begrenzen“, beschreibt Lohmann die Lage der Studierenden.

DIE LINKE in der Bezirksversammlung Harburg fordert deshalb dringend, ein Notprogramm zur kurzfristigen Unterbringung der Studierenden zu starten. „Möglich wäre eine übergangsweise Unterbringung im Bezirk Harburg, beispielsweise in nicht mehr belegten Flüchtlingsunterkünften wie in der ehemaligen Fegro. Dort zieht ja die Soko „Schwarzer Block“ aus und das Gebäude wird frei“, so Lohmanns Vorschlag. „Das kann allerdings nur eine kurzfristige Notlösung sein, damit die Studierenden wenigstens ein Dach über dem Kopf haben.“ Die Stadt muss schnellstmöglich Wege finden, bezahlbaren Wohnraum für die Studierenden zu schaffen.

Last modified: 26. Juli 2020
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